In der sechsten Folge unseres Baupodcasts begrüßt Max Kratzert Christian Bednarski, Geschäftsführer der Tischlerei Bednarski GmbH aus Erkrath-Hochdahl.
Christian und Max kennen sich bereits seit über 20 Jahren. Sie waren lange Zeit Nachbarn und genau deshalb ist dieses Gespräch nicht nur fachlich spannend, sondern auch sehr persönlich geworden. Es geht um das Tischlerhandwerk, Unternehmertum, Digitalisierung, Social Media, Fachkräfte, Preissteigerungen und die Frage, was gutes Handwerk heute ausmacht.
Christian ist 42 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei Kindern und seit 16 Jahren selbstständig. Nach seiner Ausbildung zum Tischler sammelte er Erfahrungen in Düsseldorf, unter anderem bei Projekten für Museen und Galerien. Später arbeitete er im spezialisierten Yacht-Innenausbau in Langenfeld. Nach der Wirtschaftskrise und der Insolvenz seines damaligen Arbeitgebers stand Christian kurz nach seinem Meisterabschluss vor der Entscheidung, sich selbstständig zu machen.
Eigentlich wollte er diesen Weg nie gehen, weil er aus der Familie wusste, wie viel Verantwortung damit verbunden ist. Trotzdem wagte er gemeinsam mit einem Arbeitskollegen den Schritt. Elf Jahre führten sie den Betrieb zusammen, bevor Christian später allein mit seinem Team weiterging. Nach dem Umzug vom Neandertal nach Hochdahl ist er heute alleiniger Geschäftsführer der Tischlerei Bednarski GmbH.
Heute ist die Tischlerei Bednarski mit rund 14 Mitarbeitenden inklusive Büro und Verwaltung breit aufgestellt. Der Betrieb deckt sowohl Bautischlerei als auch Möbeltischlerei ab. Dazu gehören Türen, Fenster, Böden, individuelle Möbel, Einbauten und Sonderlösungen. Im Bereich Holz kann die Tischlerei nahezu alles umsetzen, mit Ausnahme klassischer Zimmermannsarbeiten.
Ein Satz beschreibt die Haltung des Unternehmens besonders gut: Geht nicht, gibt es bei Bednarski so gut wie gar nicht. Wer zu Hause etwas verändern möchte und Wert auf Qualität, Beratung und individuelle Umsetzung legt, bekommt hier keine Standardlösung, sondern echtes Handwerk mit Planung, Erfahrung und sauberer Ausführung.
Ein Schwerpunkt der Folge ist das Thema Digitalisierung im Handwerk. Christian erklärt, wie digitale Abläufe heute in der Tischlerei genutzt werden. Sobald ein Auftrag eingeht, wird dieser digital erfasst. Kundendaten, Angebote, Projektakten und später auch Rechnungen laufen zentral über ein System. Die Mitarbeitenden können die Projektakten per App auf dem iPad einsehen. Dort sind Fotos, Maße, Skizzen und wichtige Informationen hinterlegt.
Auch die Fertigung ist digital eingebunden. Möbel und Bauteile werden am PC gezeichnet. Das Programm bildet direkt eine Schnittstelle zur CNC-Maschine, sodass die Daten nicht erneut an der Maschine programmiert werden müssen. Kunden bekommen außerdem schon vor der Umsetzung einen realistischen Eindruck davon, wie das spätere Ergebnis aussehen wird.
Max und Christian sprechen auch darüber, wie Digitalisierung im Betrieb begonnen hat. Der Anstoß kam aus dem eigenen Team. Nach rund einem halben Jahr Vorbereitung, Tests und Vergleichen verschiedener Lösungen wurde ein klarer Startpunkt festgelegt: der 01.01. Ab diesem Tag lief alles nur noch digital weiter.
Auch Social Media ist Thema in der Folge. Christian spricht offen darüber, dass die Tischlerei Bednarski hier noch mehr machen möchte. Gleichzeitig merkt das Unternehmen bereits jetzt, wie wichtig Sichtbarkeit geworden ist. Interessenten sehen Arbeiten auf Instagram und melden sich anschließend klassisch per E-Mail.
Natürlich geht es auch um aktuelle Herausforderungen im Handwerk. Christian berichtet von schwierigen Phasen wie Wirtschaftskrise, Corona, Ukraine-Krieg, steigenden Energiepreisen und Preissteigerungen im Holzbereich. Ein zentrales Thema bleibt außerdem die Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung. Christian ist wichtig, dass Mitarbeitende langfristig im Unternehmen bleiben, sich wohlfühlen und als Team gut zusammenarbeiten.
Diese Folge gibt einen ehrlichen Einblick in einen modernen Handwerksbetrieb, der Tradition, Erfahrung und digitale Prozesse miteinander verbindet. Es geht um Unternehmertum, regionale Verbundenheit, Qualität und die Zukunft des Handwerks.
Seid gespannt und hört rein.